Arte Lileé

wurde Herbst 2011 von Viktoria Scholz gegründet. (Nachfolgelabel von BAMBOLUNA, gegr. 2000)
Der Name „ARTE LILEÈ“ steht für eine Qualität bzw. Handschrift (Arte=Kunst+Li= Licht+Le= Leben) in Kunst, Handwerk und Pädagogik. Schöpferische, kreative Prozesse sind elementare Bestandteil der Lebens- und Gesellschaftsgestaltung sowie der Persönlichkeitsentwicklung. Ein wichtiger Beitrag von Arte Lilee ist es, Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen die Tür zu ihrer eigenen Kreativität zu öffnen und kreativen Arbeits-Flow zu ermöglichen, so dass sie über sich selbst hinaus wachsen. Dazu habe ich in eigener künstlerischer Arbeit mehrere Methoden in verschiedenen Materialien entwickelt und praktisch/pädagogisch erforscht. Diese „Module“  funktionieren mit Gruppen sehr gut und sind in den Themenfeldern beschrieben sowie in Beispielprojekten dokumentiert.

Viktoria Scholz

  • Studium der Architektur an der Kunsthochschule Berlin Weissensee, Arbeit im Architekturbüro, seit 2000 als freischaffende Objektkünstlerin tätig
  • Initiatorin zahlreicher Gemeinschaftskunstprojekte, Zusammenarbeit mit etlichen Kulturhäusern in Projekten
  • viele Auftragsarbeiten: Mosaikskulpturen, Kunst am Bau, Lehrtätigkeit
  • Landartprojekte im Tagebau, Erfahrung in Geomanie, Bewusstseinsforschung
  • Mitinitiatorin der Brückenzeit Leipzig
  • Leitung von Projekten in ästhetischer Forschung und kultureller Bildung im Rahmen des Modellprogramms Kulturagenten für kreative Schulen

Mein pädagogischer Ansatz

Ein pädagogisch gelungenes Projekt besteht für mich aus den folgenden Phasen:

1. Inspirieren !!!

Inspiriert werden wir durch die Kreativität und Visionen von anderen Künstlern und Freigeistern, die jenseits des Normalen erproben, was sonst noch möglich ist, die sich etwas Besonderes getraut oder etwas Besonderes geschaffen haben. Ich zeige zum Thema passende Fotoserien, die staunen lassen, wie verrückt und kreativ Menschen sein können. In kurzer Zeit weitet sich damit die Vorstellungskraft. Das Gehirn schaltet um. In dieser ersten halben Stunde fühlen meine Teilnehmer Begeisterung, Freude und Staunen und werden neugierig auf das Projekt, sie bekommen Lust am Ausprobieren.

2. Material erkunden – spielen – Chaos bewusst zulassen

Bei der 2. Phase fragen mich Lehrer, wie ich es aushalte und wie ich den Überblick behalte. Ich kenne die Lust am Ausprobieren und entdecken, ich weiss welcher Reichtum sich im Chaos befindet, wenn der Geist geöffnet ist. Um aus eine eigene Idee zu kommen muss man in dem vielen entdecken, worauf man Lust hat. Nach dem Input der 1. Phase können es Kinder kaum erwarten, sich selbst im Material auszuprobieren. Diese Fülle an „endlich dürfen“ will voll gekostet werden. Ich selbst beobachte parallel und öffne den Kindern die Augen für ihre eigenen guten kreativen Ideen.

3. Den bewussten Gestaltungsprozess fördern

Dann kommt die Phase, in der sich die Schüler entscheiden können, in welcher Richtung sie sich vertiefen wollen. Sie entscheiden selbst, was sie kreieren wollen und können sich in Arbeitsgruppen zusammen finden. Eine konkrete Aufgabe, ein konkretes Ziel wird festgelegt. Sie können dem selbst Bedeutung geben und die eigene Lebenswelt dazu in Beziehung setzen.

4. Qualität! – aus Anstrengung wird Flow

„Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit“. In der Phase geht es darum den Wert der Qualität bewusst zu machen – auch wenn es kurzfristig mal anstrengend ist. Kinder tun alles, so gut sie können. Wenn sie handwerklich oder gestalterisch kleine Tipps und Tricks gezeigt bekommen, lernen sie eifrig dazu und entwickeln in kurzer Zeit enorme Fähigkeiten. Sie sehen dann selbst den Unterschied und beginnen die „Anstrengung“ als Flow zu erleben. Wenn die Teilnehmer richtig „drin“ sind, gibt es machmal den Wunsch nach Musik und die „Arbeit“ fühlt sich an wie feierliches, schaffendes SEIN. Diese Phase ist glücklich – wie pures Leben. Es gibt keinen Wunsch nach Pause oder Aufhören.

5. Präsentation und Feiern der Leistung

Eine Präsentation ist ein Höhepunkt, der gefeiert werden darf. Aus dem Klassenzimmer, was für eine Zeit ein chaotisches Atelier war, entsteht ein Ausstellungsraum mit Niveau. Der Raum wird gesäubert und geordnet, die Arbeiten in Szene gesetzt. Ich finde es wichtig, dass die Kinder ihre eigene Leistung wertschätzen und dass sie Anerkennen von wichtigen Personen bekommen – dass wahrgenommen wird, was sie selbst ausgedrückt haben. Es ist mehr, als eine kreative Übung, es ist ein Werk, bei dem sie über sich selbst hinausgewachsen sind.

Mobile Werkstätten

Eine kleine Werkstatt in Leipzig Gohlis beherbergt alle Materialien, alle Werkzeuge für Projekte mit Gruppen. Es gibt eine mobile Glasmosaikwerkstatt, Keramikwerkstatt mit viele Glasuren, Stoffe, Konstruktionsmaterialien, Farben ohne Ende, Mosaikmaterial. Für meine Einsätze vor Ort komme ich mit einem vollen Auto mit Kisten und bringe nahezu alles für ein Projekt mit.

Philosophie / Ethik

Mir ist es ein Anliegen, dass Kinder und Jugendliche durch kreative Projekte ihre eigene Selbstwirksamkeit, ihre Gestaltungskraft und ihren Gestaltungswillen kennenlernen. Es ist eine universelle Erfahrung, zu erleben, dass man Situationen verändern kann. Das fängt mit Schulhöfen an und setzt sich in der bewussten Formen der eigenen Persönlichkeit fort.

Der Komplexität des Lebens kann man mit Kreativität begegnen. Innenraum und Aussenraum stehen in Wechselwirkung zueinander. Für den künstlerischen Prozess ist es wertvoll, mit sich selbst in Kontakt zu sein, sich als schöpferische Quelle zu erleben. Das Tor dazu ist das absichtslose Spiel und die Fokkusierung der Wahrnehmung und Schärfung der Sinne. Materie ist wertvoll, sie kann veredelt werden. Aus Chaos und Belanglosigkeit kann durch menschliche Kreativität ein Werk werden, welches andere inspiriert.

Persönlich begeistert mich der Overview-Prozess. Das Hinein- und Hinauszogen der eigenen Perspektive – das schauen auf kleinste Details und der Blick aufs Ganze – z.b. auf unsere Erde, so wie es Astronauten erleben. Mich fasziniert der Blick nach Innen – in die „Traum- und Visionswelten“ ebenso wie die Gehirnforschung, die wissenschaftlich verschiedene Bewusstseinszustände erklären kann. Philosophie, Wissenschaft, Kunst, Spiritualität, Politik, Pädagogik und Handwerkliches Tun gehören in meiner „Welt“ zusammen.